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Es gibt viele Bedeutungen für DMR. Insbesondere ist es nicht mit DRM zu verwechseln. Hier soll es um das Digital Mobile Radio gehen. Dieser ETSI-Standard für digitalen Sprechfunk beschreibt ein Netzwerk von Relais. Jeder Funkamateur kann sich bei RadioID eine Nummer holen und am DMR teilnehmen. Im Amateurfunk gibt es z. B. das Netz von Brandmeister und DMRplus.

Neben dieser ID benötigt man noch ein DMR-taugliches Funkgerät. Klassische Funkgeräte für DMR wie die Betriebsfunkgeräte von Motorola müssen über einen sogenannten Codeplug extern programmiert werden. Für die Grundinstallation ist das in jedem Falle sinnvoll. Gerade beim Amateurfunk ist es aber ein beliebtes Feature, dass die Geräte, die auch von vornherein für den Amateurfunk gedacht sind, auch eine Programmierung direkt am Gerät zulassen.

Genau wie beim analogen Funk über Relais muss man einen Kanal mit der Ein- und Ausgabe-Frequenz eines Relais in Reichweite einstellen. Dann wählt man eine TalkGroup TG aus, an der man teilnehmen möchte. Das ist nun das Neue am digitalen Relaisfunk: Diese TGs bestehen eben nicht (nur) aus den Leuten auf dem lokalen Relais, sondern sie können weltweit an einem beliebigen DMR-Relais eingebucht sein. Wer sich in der IT mit der Infrastruktur der Netzwerke auskennt: Das ähnelt dort den VLANs.

Auf diese Weise ist es möglich, dass ein OM der sich gerade ganz woanders in der Welt befindet, trotzdem noch recht einfach an der gewohnten Ortsrunde mit den OMs aus seinem Ortsverband teilnehmen kann.

Vernetzt sind diese DMR-Relais oft über HamNet. So kommen diese Begriffe oft zusammen vor und auch die Standorte sind oft gemeinsam genutzt, auch wenn diese Techniken erst mal direkt nichts miteinander zu tun haben.

Ebenso verwandt ist APRS. DMR kann Standort-Daten von APRS übertragen. Es gibt DMR-Funkgeräte mit GPS-Empfänger, die die aktuelle Position regelmäßig oder mit jedem Gesprächs-Durchgang übermitteln können. Dazu werden die GPS-Koordinaten an eine bestimmte ID geschickt; im Netz von Brandmeister in Deutschland z.B. an die 262999. Aber auch APRS und DMR haben erst mal nichts direkt miteinander zu tun.

Es ist eine faszinierende Sache, dass die von Funkamateuren bereitgestellte Infrastruktur anderen Funkamateuren ermöglicht, sehr einfach und bequem Funkverbindungen aufzubauen.

Wie nehme ich an DMR Teil?

  1. DMR-fähiges Funkgerät besorgen
  2. DMR-ID besorgen
  3. DMR-Relais in Reichweite herausfinden
  4. Den Codeplug des Funkgeräts programmieren
    1. DMR-ID eintragen
    2. Relais als Kanal eintragen
    3. Kanal einer Zone zufügen
  5. Gerät auf eine geeignete TG einstellen
    1. z.B. 262 für Deutschland oder 8 oder 9 für lokalen Betrieb auf dem Relais
  6. CQ rufen

Wenn alles funktioniert, bekommt man nach dem Sende-Durchgang eine Bestätigung vom Relais. Das kann z. B. durch ein Wechselspiel in Rot und Grün der LED am Gerät angezeigt werden.

Es gibt viele Tutorials zum Einstieg in DMR. Da das Thema DMR schon länger aktuell ist, können sich einige Details geändert haben, besonders wenn es um konkrete Informationen über die Bedienung von Geräten geht. Hier mal ein Beispiel:

Falls man an einem Standort (mobiles) Internet hat, aber kein Relais in der Nähe, kann man mit einem Trick das DMR-Funkgerät trotzdem benutzen. Man betreibt quasi ein eigenes kleines Relais, welches über das Internet mit dem DMR-Netzwerk verbunden ist. Diese Technik wird Hotspot genannt.

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Kategorien: Technik