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Über Nachhaltigkeit und Resilienz hört man immer mehr im Bereich von Politik und Wirtschaft. Was bedeuten diese Begriffe? Sind diese Themen im Amateurfunk anwendbar?

Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit bedeutet zusammengefasst, dass eine Handlungsweise dauerhaft ausgeführt werden kann, ohne dass dabei Ressourcen verbraucht werden. Das Ziel ist also ein Kreislauf, wie uns das die Natur seit Millionen von Jahren vorlebt. Seit Beginn der Industrialisierung beruht unsere Wirtschaft auf dem Verbrauch von Ressourcen. Zusammen mit der Zunahme der Weltbevölkerung ist dieses Modell heute nicht mehr tragfähig. Man hat erkannt, dass Recycling das Normale werden muss. Betrachtet man dabei nicht nur passive physische Ressourcen, sondern im übertragenen Sinne auch Gesundheit und Lebensqualität, dann reicht das Thema auch weit ins Soziale und in den Bereich des Arbeitsrechts hinein. Dazu muss auch beachtet werden, dass das für die gesamte Wertschöpfungskette gilt. Es reicht also nicht, im eigenen Betrieb alles richtig zu machen. Man muss auch sicherstellen, dass das bei allen Zulieferern gilt.

Im weiteren Sinne kann jeder Einzelne zur Nachhaltigkeit beitragen, indem er im täglichen Leben sein Konsumverhalten so gestaltet, dass sein Gesamtumsatz an Ressourcen möglichst effizient wird. Ein wichtiger Aspekt in der Kreislaufwirtschaft ist dabei die Größe des Kreislaufs. Nehmen wir als Beispiel die fossilen Energieträger. Diese wurden vor Jahrmillionen geschaffen. Also selbst wenn wir annehmen, dass dieser Prozess sich wiederholt oder kontinuierlich weiterläuft, ist seine Zeitskala weit außerhalb des Fokus der Menschheit. Der Verbrauch an fossilen Energieträgern ist also gar nicht nachhaltig und soll abgelöst werden. Andere Energieträger wie Holz beruhen auf einem Kreislauf, den wir mit unserer Forstwirtschaft selbst im Griff haben. Das ist also schon besser. Aber auch diese Zeitskala ist mit 100 Jahren noch recht lang. Das Beste ist, Energie zu nutzen, die ständig nachgeliefert wird, wie Sonnenenergie. Anders als bei den klassischen Energieträgern muss man hier aber für die Speicherung selbst sorgen, um Verbrauchsspitzen und Dunkelheit auszugleichen.

Für den Amateurfunk kann man sich überlegen, wo die Energie zum Betrieb der Anlage herkommt. Sowohl für den eigenen Geldbeutel als auch für den Notfunk ist es sinnvoll, sich zu überlegen, ob die Anlage mit Solarenergie betrieben werden kann.

Resilienz

Resilienz bedeutet zusammengefasst, dass eine Handlungsweise auch dann noch funktioniert, wenn die normalen Prozessabläufe gestört werden. Ein Prozess, der super funktioniert und effizient ist, ist eine tolle Sache. Aber was passiert, wenn ein Zulieferer ausfällt? Ein Hacker sabotiert ein System. Der Strom fällt aus. Dass der Prozess dann nicht mehr optimal läuft, ist nicht schön, aber nicht das eigentliche Problem. Der Punkt ist: Weiß jeder, was er zu tun hat? Oder einfach gesagt: Haben wir einen Plan B? Dazu gibt es den schönen Spruch:

Habe immer einen Plan B!

Das Ziel ist also, dass selbst unter der Beeinträchtigung noch ein sinnvoller Betrieb möglich ist und, wenn die Störung wegfällt, auf bestmögliche Art wieder der Normalbetrieb aufgenommen werden kann. Die große Kunst dabei ist, dass das auch bei Störungen funktioniert, die man nicht vorhergesehen hat. Den Stromausfall haben viele auf dem Schirm. Notstromaggregate gibt es in jeder Größe, sodass auch hungrige Produktionswerke weiterlaufen können. Aber was passiert, wenn dabei auch das Kühlsystem ausfällt? Aus jeder Situation das Beste machen und auch bei unerwarteten Ereignissen nicht in Panik geraten, ist die große Aufgabe. Dass das keine kleine Aufgabe ist, sieht man auch daran, dass die Panik selbst das unerwartete Ereignis sein kann. Jedoch muss es auch eine sinnvolle Obergrenze geben, mit welchen Szenarien man sich beschäftigt. Dass man auch bei einem Erdbeben alle Leute sicher evakuieren kann, ist vielleicht eine Sache, über die man mal nachdenken kann. Aber die Wiederaufnahme des Betriebs kann in den meisten Fällen erst mal außen vor bleiben.

Im Amateurfunk ist der Notfunk ein gutes Beispiel für Resilienz. Kann ich meine Anlage nach einer Naturkatastrophe oder einfach bei Stromausfall noch sicher betreiben? Was ist, wenn wegen der Störung genau meine Anlage ausfällt? Was ist, wenn Teile kaputt gehen? Komme ich an alle Teile noch heran, wenn Verkehrswege ausfallen. Und vor allem: Habe ich das Szenario geübt? Es ist schon mal gut, wenn die Anlage funktioniert. Aber kann ich wirklich Notfunk?

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