Wenn man so in die Gärten der Häuser rundum schaut, findet man oft Holzkonstruktionen, wo wohl jemand nach dem Motto gearbeitet hat “Die Axt im Haus erspart den Zimmermann”. Solange die Projekte nicht zu groß werden, ist dagegen auch nichts einzuwenden. Gerade Holz ist ein dankbarer Werkstoff, mit dem man mit überschaubarem Aufwand an Hilfsmitteln schöne Ergebnisse erzielen kann. Aber man findet auch viele grundlegende Fehler. Hier ein paar Hinweise die vielleicht beim einen oder anderen Aufbau rund um eine Funkanlage nützlich sind.
Eine Tür oder ein Tor neigt zum Hängen, weil sie nur auf einer Seite am Scharnier getragen wird. Das Gewicht der Tür lastet auf der Konstruktion und solche Lasten sollen abgefangen werden. Eine einfache Möglichkeit dazu ist, einen Balken diagonal als Aussteifung einzuplanen. Einigen scheint dabei nicht klar zu sein, wie die Kräfte wirken und wie sie abgefangen werden. Das Gewicht der Tür zieht die dem Scharnier abgewandte Seite nach unten. Diese Last muss auf einem sicheren, festen Punkt abgefangen werden. Dazu ist es noch gut zu verstehen, dass solche Konstruktionen besser auf Druck belastet werden sollen. Eine zugfeste Belastung von Holz erfordert stabile Zapfen, was die meisten Heimwerker überfordern würde. Nimmt man all diese Informationen zusammen, kommt man auf eine Konstruktion, die recht einfach umzusetzen ist. Links im Bild in Blau sind die Scharniere. Der Pfeil gibt die Kraftwirkung des „Hängens“ an, die von dem dunkel eingezeichneten Balken direkt auf das stabil mit der Wand verbundene Scharnier abgeleitet wird. Für die bessere Übersicht sind in der Grafik Abstände zwischen den Balken gelassen. Beim realen Aufbau sind die Balken alle bündig und damit kraftschlüssig miteinander verbunden.
Es ist aber auch richtig, dass das gedachte Dreieck rechts unten immer noch auf Zug belastet wird. Die Grundidee ist dabei, dass das stabile Dreick oben links die Basis ist, die dem Rest Stabilität verleiht. Damit das gut funktioniert, kann oben und unten ein breites Brett zur Verkleidung als sogenannte Scheibe dienen; mehr dazu weiter unten.
Eine andere häufige Konstruktion ist ein schräges Dach. Hier muss die Gewichtskraft des schrägen Dachbalkens auf die senkrechten Balken abgeleitet werden. Gewichtskraft wirkt senkrecht nach unten. Damit diese Kraft keine seitliche Wirkung entfaltet, muss die Auflagefläche waagerecht sein. Es wird also der schräge Balken waagerecht gemacht und nicht andersherum. Eine schräge Auflagefläche würde wie eine Rutsche wirken und die Konstruktion unnötig seitlich belasten.
Dieser Artikel wurde zwar „Statik“ genannt, aber auch dynamische Lasten sollte man nicht vernachlässigen. Hier am Beispiel des Daches sollte man auch berücksichtigen, dass beispielsweise durch Wind auch seitliche Kräfte wirken können. Deshalb gehören auch bei nicht hängenden Konstruktionen wie oben bei der Tür immer diagonale Elemente zu so einer Konstruktion. Alternativ zu einem diagonalen Balken kann auch eine sogenannte Scheibe genutzt werden. Das ist einfach gesagt eine Holzplatte, die seitlich mit mindestens zwei Balken verschraubt wird. Bezüglich der beiden Balken wirkt die Scheibe dann ähnlich wie ein diagonaler Balken.
Ein weiterer Punkt ist die oben schon erwähnte bündige und kraftschlüssige Verbindung. Besonders bei den Diagonalen ist es von Vorteil, wenn diese nicht gänzlich flach sind, sondern einen Winkel oder eine Krümmung haben. So wird sichergestellt, dass der gewünschte Kraftschluss auch wirklich bei der vorgesehenen Stelle bleibt und keine Scherkräfte wirken.